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Regelschmerzen: Ursachen, Beschwerden und was im Alltag entlastend sein kann

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Regelschmerzen sind eine Belastung, die dich über einen großen Zeitraum in deinem Leben begleiten können. Das führt nicht nur dazu, dass die Periode ein Zeitraum ist, dem du mit wachsendem Unmut entgegenblickst, sondern es kann sogar dazu führen, dass du in dieser Zeit deinen Alltag auf Eis legen musst.

Regelschmerzen: Das Wichtigste in Kürze

  • Regelschmerzen sind weit verbreitet und können sich von Frau zu Frau sehr unterschiedlich anfühlen.
  • Häufige Begleitbeschwerden sind zum Beispiel Unterleibskrämpfe, Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, Druckempfindlichkeit und Rückenschmerzen.
  • Die Ursachen können unterschiedlich sein. In manchen Fällen spielen vor allem körpereigene Vorgänge während der Periode eine Rolle, in anderen steckt eine organische Ursache dahinter.
  • Im Alltag werden Wärme, leichte Bewegung und das bewusste Beobachten bestimmter Lebensmittel oft als hilfreich oder angenehm empfunden.
  • Wenn Beschwerden sehr stark sind, neu auftreten oder sich deutlich verändern, ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll.

Starke oder neu auftretende Beschwerden rund um die Periode sollten ärztlich abgeklärt werden. Da viele Frauen im Laufe ihres Lebens damit konfrontiert sind, ist es hilfreich, typische Ursachen, Beschwerden und mögliche alltagsnahe Maßnahmen einordnen zu können.

1. Was sind Regelschmerzen eigentlich?

Während der Periode stößt dein Uterus die aufgebaute Schleimhaut ab, wenn sich keine befruchtete Eizelle eingelagert hat. Während den ersten 21 Tagen deines Zyklus baut dein Körper eine Schleimhaut auf, die sich immer weiter verdickt und deinen Uterus auskleidet. Diese soll als Nährboden für eine Eizelle dienen. Wenn der Körper nach den 21 Tagen feststellt, dass keine Schwangerschaft vorliegt, dann muss deine Schleimhaut abgestoßen werden, damit sich eine neue bilden kann.

Das passiert, indem sich dein Uterus zusammenzieht. Dadurch löst sich die Schleimhaut nach und nach von der Wand deines Uterus. Dadurch, dass bei diesen Kontraktionen auch deine gesamte Körpermitte, inklusive Magen-Darm-Trakt, beeinflusst wird, kann dieser Prozess sehr unangenehm sein. In der Wissenschaft werden diese Beschwerden als „Dysmenorrhoe“ beschrieben.

2. Was sind die Symptome von Regelschmerzen?

Regelschmerzen äußern sich bei jeder Frau individuell und auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Vielleicht bemerkst du während deiner Periode stärkere Beschwerden oder bist auch nur manchmal von den Auswirkungen deiner Regel belastet. Es gibt jedoch einige typische Begleitbeschwerden, die häufig zusammengefasst werden. Dazu gehören:

  • Unterleibskrämpfe: Da dein Uterus ein Muskel ist und unterschiedlich stark arbeiten muss, um deine Schleimhaut abzustoßen, verlaufen die Krämpfe häufig in Intervallen. Dadurch, dass dieser Prozess sehr anstrengend für deinen Uterus aber auch deinen gesamten Körper ist, kann es sein, dass du Anspannung im Unterleib empfindest.
  • Übelkeit: Dadurch, dass die Kontraktionen deines Uterus auch deinen Magen in Mitleidenschaft ziehen können, kann es sein, dass du Übelkeit verspürst. Bei manchen Frauen ist die Übelkeit so ausgeprägt, dass es auch zum Erbrechen kommt.
  • Kopfschmerzen: Während der Periode arbeitet dein Körper auf Hochtouren und zugleich verlierst du Blut. Das kann dazu führen, dass dein gesamtes System stark beansprucht wird. Bei vielen Frauen treten deshalb während der Periode auch Kopfschmerzen auf.
  • Durchfall: Das Zusammenziehen deines Uterus wirkt sich auch auf deinen Darm aus, der dadurch aus dem Takt kommen kann. Gerade bei starken Krämpfen kann das dazu führen, dass du auch mit Durchfall zu tun hast.
  • Druckempfindlichkeit: Der gesamte Bauchbereich kann während der Periode empfindlicher sein, wodurch du auf Druck stärker reagieren kannst. Deshalb kann es in dieser Phase angenehmer sein, zu lockerer Kleidung zu greifen, um diesen Bereich deines Körpers nicht zusätzlich zu belasten.
  • Rückenschmerzen: Da dein Uterus sich auf das Zentrum deines Körpers auswirkt und du dich bei Krämpfen zusammenziehst, wird auch dein Rücken mit beansprucht. Viele Frauen spüren nicht nur während der Periode Verspannungen im Rücken, sondern teilweise auch noch zu Beginn eines neuen Zyklus.

3. Wieso sind Regelschmerzen so unterschiedlich stark ausgeprägt?

Viele Frauen berichten davon, dass sich im Laufe ihres Lebens die Regelschmerzen verändern, und Du kennst sicherlich auch aus dem Kreis deiner Freundinnen unterschiedliche Wahrnehmungen, obwohl Du in derselben Altersgruppe liegst. Das liegt zum einen daran, dass jeder Mensch Beschwerden unterschiedlich stark wahrnimmt und es einige Aspekte gibt, die das Ausmaß von Regelschmerzen beeinflussen. Die Medizin geht inzwischen dazu über, die Beschwerden bei deiner Regel in primäre und sekundäre Schmerzen zu unterteilen.

Dabei geht es nicht darum, dass deine Beschwerden anhand der Stärke kategorisiert werden sollen, sondern dass die Ursachen für das Ausmaß deiner Beschwerden zugeordnet werden können.

Die primären Regelschmerzen

Die primären Regelschmerzen betreffen etwa 30 bis 50 Prozent aller Frauen, die unter Dysmenorrhoe leiden. Wesentlich ist, dass die meisten Frauen bereits ab der ersten Periode unter primären Regelschmerzen leiden. Dabei gelten folgende Faktoren als begünstigend, um deine Regelschmerzen auszulösen oder zu verstärken:

  • Das Einsetzen der ersten Periode in sehr frühem Alter: Wissenschaftlich wird der Zeitpunkt ab dem 12. Lebensjahr festgesetzt. Es gibt aber auch medizinische Ansichten, die das Einsetzen der Regel bis zum 16. Lebensjahr als begünstigend einschätzen.
  • Geringes Körpergewicht und schlanker Körperbau: Bei Frauen deren BMI sich unter 20 befindet, ist die Wahrscheinlichkeit für primäre Regelschmerzen größer. Auch bei sehr sportlichen oder zierlichen Körpertypen steigt die Wahrscheinlichkeit. Das liegt daran, dass die Muskeln und das Skelett nicht oder kaum von einer Fettschicht geschützt werden und dadurch die Auswirkungen deiner Menstruationskrämpfe stärker für dich spürbar sind.
  • Familiäre Veranlagung: Wenn deine Mutter, Großmutter oder Schwester unter Menstruationsschmerzen leidet, dann ist auch hier das Risiko für dich erhöht, unter Regelschmerzen zu leiden. Es gibt die wissenschaftliche Vermutung, dass es für die Ausprägung der primären Regelschmerzen eine genetische Komponente gibt, die bislang aber noch nicht definiert werden konnte.
  • Psychischer Stress: Gerade in Phasen, in denen du unter großem Stress stehst, kann sich deine Menstruation belastender anfühlen als gewöhnlich. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass der Botenstoff Serotonin verringert ausgeschüttet wird und dadurch deine Wahrnehmung beeinflusst wird. Zudem sorgt das Stresshormon Cortisol in deinem Körper für einen „Alarmzustand“, der dich für körperliche Belastungen sensibilisieren kann.
  • Ein langer Menstruationszyklus: Wenn du deine Tage nur unregelmäßig bekommst, dann wird die Schleimhaut immer dicker. Wird sie dann von deinem Uterus abgestoßen, muss er länger und stärker dafür arbeiten. Das führt dazu, dass deine Menstruation belastender verlaufen kann.

Die sekundären Regelschmerzen

Menstruationsbeschwerden, die in diese Kategorie fallen, sind auf organische Ursachen zurückzuführen. Das bedeutet nicht, dass du nur Menstruationsschmerzen der primären oder der sekundären Kategorie haben kannst. Häufig ist es so, dass Frauen, die stark von Aspekten der ersten Kategorie betroffen sind, im Laufe ihres Lebens auch mit sekundären Regelschmerzen zu tun haben. Klassische Aspekte der sekundären Menstruationsbeschwerden sind:

  • Endometriose: Viele Frauen bemerken diese Ursache über lange Zeit nicht. Dabei bildet dein Körper außerhalb deines Uterus Gebärmutterschleimhaut. Häufig werden diese Zellen in deinem Bauchraum oder im Becken gebildet. Wenn du deine Periode bekommst, unterliegen auch diese Bereiche hormonellen Veränderungen und beginnen zu bluten. Solltest du den Verdacht haben, dass bei dir mehr hinter den Beschwerden steckt, ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll.
  • Polypen und Myome: Diese Veränderungen befinden sich im Muskel deiner Gebärmutter oder in der Gebärmutterschleimhaut selbst und sind gutartig. Allerdings können sie dazu führen, dass die Kontraktionen deines Uterus nicht synchron verlaufen und sich deine Regelschmerzen verstärken.
  • Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane: Problematisch ist, dass sich solche Tumore zunächst unbemerkt entwickeln können. Solltest du plötzlich eine Verschlimmerung deiner Regelschmerzen wahrnehmen, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
  • Verhütungsmittel: Sowohl das Diaphragma als auch die verschiedenen Arten der Spirale können dazu führen, dass du verstärkt unter Menstruationsbeschwerden leidest. Das liegt daran, dass sie den natürlichen Ablauf deiner Periode beeinflussen und auch die Kontraktionen deines Uterus verändern können.
  • Entzündliche oder infektiöse Ursachen im Beckenbereich: Auch eine Blasenentzündung oder andere Infektionen im Intimbereich können dazu führen, dass du stärkere Beschwerden wahrnimmst.

4. Was im Alltag als entlastend empfunden werden kann

Klassische Hilfsmittel wie ein warmer Tee können während deiner Regel als angenehm empfunden werden. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, die du bei belastenden Menstruationsbeschwerden ausprobieren kannst.

Anwendung von Wärme

Einige Frauen haben leider immer wieder mit besonders starken Regelschmerzen zu kämpfen. Manche empfinden einen Wärmegürtel als angenehm, der sowohl den Rücken als auch den Bauch erfasst. Auch Wärmepflaster werden im Alltag häufig genutzt. Falls du keine Wärmflasche oder kein Heizkissen zur Hand hast, kann auch ein warmes Bad als wohltuend empfunden werden. Die Füße sollten ebenfalls möglichst warm gehalten werden.

Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel

Während der Regel kann es hilfreich sein, auf die Reaktion deines Körpers auf bestimmte Lebensmittel zu achten. Dazu gehören insbesondere Nahrungsmittel, die Blähungen verursachen können:

  • fetthaltige Lebensmittel
  • Alkohol
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Koffein
  • salzige Lebensmittel

Probiere mal aus, ob du ohne diese Lebensmittel weniger Krämpfe oder Spannungen hast. Vielleicht hilft es dir.

Bewegung

Vor oder während deiner Periode ist dir wahrscheinlich nicht unbedingt nach Bewegung zumute. Trotzdem berichten viele Frauen, dass sich leichte Bewegung im Alltag für sie angenehm anfühlen kann.

Natürlich solltest du nicht gleich für einen Marathon trainieren. Moderate Bewegung wie Gehen wird im Alltag oft als angenehmer empfunden als anstrengende Tätigkeiten. So kann schon ein entspannter Spaziergang guttun. Yoga ist eine weitere Übung, die von vielen Betroffenen als wohltuend empfunden wird.

Nährstoffe

Eine ausgewogene Ernährung ist grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil des Alltags. Bei Regelschmerzen steht auf dieser Seite jedoch die allgemeine Information im Vordergrund. Wenn Beschwerden sehr stark sind, neu auftreten oder sich deutlich verändern, ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll.

Fazit

Regelschmerzen können den Alltag spürbar beeinflussen und werden von jeder Frau unterschiedlich wahrgenommen. Neben der Einordnung möglicher Ursachen kann es hilfreich sein, auf persönliche Auslöser und alltagsnahe Maßnahmen wie Wärme, leichte Bewegung oder eine bewusste Ernährung zu achten.

Wenn Beschwerden sehr stark sind, neu auftreten oder sich deutlich verändern, sollte das medizinisch abgeklärt werden. So lässt sich besser einschätzen, ob hinter den Beschwerden möglicherweise eine Ursache steckt, die gezielt untersucht werden sollte.

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