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Vitamin-D-Mangel: Symptome, Ursachen und Diagnose

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Vitamin-D-Mangel kann unterschiedliche Ursachen haben und macht sich nicht immer eindeutig bemerkbar. Umso wichtiger ist eine sachliche Einordnung von möglichen Anzeichen, Risikofaktoren und der ärztlichen Diagnose.

Vitamin-D-Mangel: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Vitamin-D-Mangel kann vor allem in den sonnenarmen Monaten auftreten und unterschiedliche Ursachen haben, etwa wenig Sonnenlicht, Alter oder bestimmte Lebensphasen.
  • Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel Müdigkeit, Schlafprobleme oder Beschwerden im Bereich von Knochen und Rücken. Eine eindeutige Einordnung ist nur medizinisch möglich.
  • Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Blutuntersuchung mit Bestimmung von 25-Hydroxyvitamin-D.
  • Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für grundlegende Körperfunktionen und wird nur in begrenztem Umfang über die Ernährung aufgenommen.
  • Wenn du den Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel hast, kann eine ärztliche Abklärung helfen, die Situation sachlich einzuordnen.

Es heißt nicht umsonst, dass die Sonne uns Wärme spendet. Tatsächlich sind viele Körperfunktionen auf Sonnenlicht angewiesen.

Fehlen Sonnenstrahlen, so erhält dein Körper nicht mehr genug Vitamin D. Kommt es infolgedessen zu einem Vitamin-D-Mangel, kann dieser über längere Zeit gesundheitliche Folgen haben.

Erfahre hier, woran ein Mangel an Vitamin D erkannt werden kann, welche Folgen dieser haben kann und wie er medizinisch eingeordnet wird.

1. Wie kommt es zu einem Vitamin-D-Mangel? 4 Gründe

Ein Mangel des Sonnenvitamins kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten tritt ein Vitamin-D-Mangel hierzulande während der Wintermonate auf, in denen die Sonne nur wenig scheint. Es gibt allerdings auch einige Faktoren, die einen Mangel begünstigen können, sogar wenn du ausreichend Sonne abbekommst.

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Zu wenig Sonnenlicht

Der Hauptgrund für einen Mangel an Vitamin D ist fehlende Sonnenexposition. Das kann vor allem in den kalten und dunklen Monaten zum Problem werden. In diesen Jahreszeiten kann aufgrund der fehlenden Sonnenintensität in unseren Breitengraden auf natürliche Weise kaum Vitamin D in unserer Haut gebildet werden.

Eine Besonderheit von Vitamin D ist, dass der Körper es für einige Zeit speichern kann. Mögliche Speicherorte sind Fett- und Muskelgewebe, aber auch die Leber. Wenn du also im Sommer viel in der Sonne warst, können dich deine Vitamin-D-Speicher für einige Zeit im Winter versorgen. Allerdings ist dabei individuell sehr unterschiedlich, wie viel Vitamin D gespeichert wird und wie lange diese Reserven ausreichen. Bei vielen Menschen halten sie nur maximal wenige Monate und sind gerade zum Ende des Winters häufig aufgebraucht.

Erkrankungen und Alter

Vorerkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen oder Zöliakie können die Aufnahme von Vitamin D stören. Das Gleiche gilt für die Einnahme bestimmter Medikamente. Besprich hier am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob deine Erkrankung oder deine Medikamente einen Einfluss auf deinen Vitamin-D-Haushalt haben könnten.

Auch bei älteren Menschen gestaltet sich eine ausreichende Zufuhr an Vitamin D schwierig, denn ihr Körper produziert deutlich geringere Mengen des Vitamins. Zudem halten sie sich oft weniger draußen auf als jüngere Menschen.

Wenig an der frischen Luft

Auch jüngere und gesunde Menschen, die mitten im Arbeitsleben stehen, sind oft davon betroffen. In unserer modernen Gesellschaft arbeiten viele in Büros oder in geschlossenen Räumen. Auch ihre Freizeit verbringen viele immer öfter in den eigenen vier Wänden. So hat der Körper seltener die Möglichkeit, seinen natürlichen Bedarf an Vitamin D zu decken. In der dunklen Jahreszeit kann es durch die zusätzlich ungenügende UV-Strahlung noch öfter zu einer Unterversorgung kommen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit

Ein erhöhter Bedarf an Vitamin D besteht zudem bei werdenden Müttern in der Schwangerschaft, aber auch in der Stillzeit und bei kleinen Kindern. Die Muttermilch enthält nur sehr geringe Vitamin D-Mengen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist besonders wichtig für die normale Entwicklung des Kindes.

2. Wie bemerke ich einen Vitamin-D-Mangel?

Erhält der Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Vitamin D, kommt es zu Mangelerscheinungen. Die Symptome für das fehlende Vitamin D im Körper sind sehr vielfältig und äußern sich bei jedem Menschen anders.

Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel können sein:

  • allgemeine Müdigkeit
  • Knochenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schlafprobleme
  • schlechtes Hautbild
  • Stimmungswechsel

Diese Symptome können einzeln oder auch in Kombination auftreten und stellen möglicherweise Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel dar. Eine verlässliche Einordnung ist jedoch nur durch eine medizinische Abklärung möglich.

3. Wie wird ein Vitamin-D-Mangel diagnostiziert?

Wenn noch nicht sicher bekannt ist, ob ein Mangel an Vitamin D vorliegt, empfiehlt es sich, eine Blutuntersuchung bei einem Arzt oder einer Ärztin durchführen zu lassen. Hierbei ist es möglich, die Serumkonzentration von 25-Hydroxyvitamin-D (25-OH-Vitamin-D) zu bestimmen.

Anhand des Serumwertes kannst du deine Vitamin-D-Versorgung einschätzen:

  • gute Versorgung mit Vitamin D: Serumwert entspricht mindestens 50 Nanomol pro Liter (= 20 ng/ml)
  • mangelhafte Versorgung mit Vitamin D: Serumwert liegt unter 30 Nanomol pro Liter (= 12 ng/ml)

Die Bestimmung des Vitamin-D-Status dient vor allem der medizinischen Einordnung. Eine aktuelle Studie dazu zeigt, dass das im Blut zirkulierende 25-Hydroxyvitamin-D in der Forschung als relevanter Marker untersucht wird.

4. Wie gängig ist ein Vitamin-D-Mangel?

Während ein Vitamin-D-Mangel in Regionen nahe des Äquators nachweislich selten ist, steigt die Häufigkeit mit den Breitengraden kontinuierlich an. Das liegt vor allem an dem Verhältnis von Tag und Nacht, welches in verschiedenen Teilen der Welt je nach Jahreszeit stark variiert. Zusätzlich sinkt auch die Intensität der Sonne mit dem Breitengrad und die direkte UV-Einstrahlung wird schwächer.

Laut Daten des Robert-Koch-Instituts liegen hierzulande rund 46 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie 56 Prozent der Erwachsenen unter den empfohlenen Zufuhrempfehlungen. Bei den Erwachsenen hierzulande weisen ca. 15 Prozent einen Mangel an Vitamin D auf.

Besonders hoch ist die Häufigkeit eines Vitamin D-Mangels in der Bevölkerung von Oktober bis März. Hier scheint die Sonne nur sehr wenig und die Intensität der UV-B-Strahlung ist gering.

5. Was sind die Folgen von einem Vitamin-D-Mangel?

Die mittel- und langfristigen Auswirkungen eines Vitamin-D-Mangels werden oft unterschätzt. Dabei kann ein schlechter oder zu niedriger Vitamin D-Spiegel weitreichende Konsequenzen für deinen Körper nach sich ziehen.

Verschlechterte Knochengesundheit

Ein länger bestehender Vitamin-D-Mangel kann sich auf die Knochen auswirken. Bei Kindern kann eine ungenügende Vitamin-D-Aufnahme zu weichen Knochen und langfristig bestehenden Skelettverformungen (Rachitis ) führen.

Verlust von Muskelkraft

Neueste Forschungen zeigten, dass Vitamin D eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Funktion unserer Mitochondrien spielt. Die kleinen Kraftwerke in unseren Zellen liefern uns Energie, Antriebskraft und sind essentiell für die Funktion unserer Muskeln. Bei Personen mit Vitamin-D-Mangel scheint die Funktion der Mitochondrien eingeschränkt zu sein. Eine französische Studie konnte zeigen, dass bei älteren Menschen Zusammenhänge zwischen Muskelmasse und Muskelkraft bestehen.

Steigendes Krankheitsrisiko

In der Forschung wird ein niedriger Vitamin-D-Status auch im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen untersucht. Dazu zählen unter anderem Atemwegserkrankungen , kardiovaskuläre Krankheiten , Diabetes , Multiple Sklerose , Adipositas und Depressionen . Solche Zusammenhänge werden wissenschaftlich weiter untersucht und lassen nicht in jedem Fall direkte Schlussfolgerungen zu.

Bei Schwangerschaft: Auswirkung auf Geburtsgewicht & Gesundheit des Säuglings

Ein Vitamin-D-Mangel während der Schwangerschaft kann sich auf das Geburtsgewicht sowie auf die Entwicklung des Säuglings auswirken.

6. Wie wird ein Vitamin-D-Mangel behandelt?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Vitamin-D-Mangel medizinisch zu behandeln. Der Besuch eines Solariums stellt jedenfalls keine Alternative dar, da es hier nur zur Bestrahlung durch UV-A kommt, für Vitamin D aber eine UVB-Strahlung notwendig ist. Zudem bringt die zusätzliche UV-Strahlung erhebliche Risiken mit sich und kann das Risiko für Hautkrebs erhöhen.

Sonneneinstrahlung

Prinzipiell kann eine regelmäßige und dosierte Sonnenbestrahlung zur körpereigenen Bildung von Vitamin D beitragen.

Eine lange Verweildauer unter der Sonne ist jedoch nicht förderlich, da hierbei das Risiko von Hautschäden erheblich steigt. Bei hellhäutigen Menschen kann für die Anregung der Vitamin-D-Produktion bereits eine kurze Verweilzeit unter der Sonne ausreichen. Die empfohlene Länge hängt dabei vom Hauttyp ab. Die Bestrahlung von Händen, Unterarmen und Gesicht kann die körpereigene Bildung von Vitamin D unterstützen.

Sollte der Himmel bedeckt sein, kann ein Aufenthalt im Freien sinnvoll sein. Zu beachten ist, dass Sonnenschutzmittel die Aufnahme der erforderlichen UV-B-Strahlung beeinflussen können. Auch stark abdeckende Kosmetik kann die Sonneneinstrahlung auf die Haut verringern.

Vitamin-D-Präparate

Zur Behandlung eines Vitamin-D-Mangels kommen je nach individueller Situation auch Präparate infrage. Welche Form und Dosierung sinnvoll ist, sollte ärztlich eingeordnet werden.

  • Wer seinen Vitamin-D-Wert kennt, kann die Einnahme von Vitamin-D-Tropfen gezielt anpassen.
  • Wer seinen Vitamin-D-Wert nicht kennt, sollte die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten ärztlich abklären.

7. Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und kann nicht wie andere Vitamine ohne Weiteres vom menschlichen Körper gebildet werden. Daher ist Vitamin D aus wissenschaftlicher Sicht eigentlich ein Hormon. Etwa 80 bis 90 Prozent des körpereigenen Bedarfs werden mithilfe der Sonne gedeckt und in der Haut gebildet, den Rest nimmst du durch die Nahrung auf.

8. Welche normalen Funktionen hat Vitamin D?

Vitamin D ist für den Körper von Bedeutung. Es spielt eine Rolle bei der Regulierung des Calcium-Anteils im Blut und ist an verschiedenen grundlegenden Prozessen beteiligt. Außerdem wird Vitamin D unter anderem im Zusammenhang mit folgenden Funktionen beschrieben:

  • Regulierung des Calcium-Haushaltes in Zähnen und Knochen
  • Unterstützung der Aufnahme von Phosphaten aus der Nahrung

Es gibt zudem medizinische Studien , die die Bedeutung von Vitamin D im wissenschaftlichen Kontext näher beleuchten.

Nicht alle Studien lassen klare Schlüsse zu und neue Erkenntnisse werden laufend gewonnen. Unbestritten ist aber die Bedeutung von Vitamin D als Bestandteil grundlegender Körperfunktionen.

9. Welche Lebensmittel enthalten Vitamin D?

Die Aufnahme von Vitamin D durch die Ernährung ist nur in einem sehr beschränkten Ausmaß möglich, da nur bestimmte Lebensmittel dieses Vitamin in nennenswerten Mengen enthalten.

Die beste Vitamin-D-Quelle ist fettreicher Fisch, wie Lachs, Makrele oder Hering. Auch einige wenige Pilzsorten, Lebertran, Kalbfleisch und Eier enthalten geringe Mengen an Vitamin D.

Insgesamt enthalten diese Nahrungsmittel aber zu wenig Vitamin D, um dich ausreichend mit der Menge Vitamin D zu versorgen, die du benötigst.

Für vegetarisch oder vegan lebende Menschen ist eine Deckung des Vitamin-D-Haushaltes durch die Ernährung besonders schwierig. Ähnliches gilt auch für Personen, die es nicht schaffen, jede Woche mehrmals Fisch zu essen. Zudem ist der Konsum von Fisch mit zahlreichen negativen Faktoren, wie der Belastung mit Schwermetallen und dem Tier- und Umweltschutz verbunden.

10. Unser Fazit zum Thema Vitamin-D-Mangel

Die Sonne scheint in unseren Breitengraden nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt und äußere Umstände führen dazu, dass du deine Zeit zunehmend zu Hause und in geschlossenen Räumen verbringst. Das kann einen Vitamin-D-Mangel begünstigen. Er kann zu weitreichenden Folgen auf deinen Körper und dein Wohlbefinden führen.

Entscheidend ist deshalb eine sachliche Einordnung möglicher Ursachen, Symptome und Risikofaktoren. Wenn der Verdacht auf einen Vitamin-D-Mangel besteht, kann eine ärztliche Abklärung helfen, die Situation besser einzuordnen.

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