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Gallensteine: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.

Gallensteine sind feste Ablagerungen in der Gallenblase oder den Gallengängen. Viele Betroffene bemerken sie zunächst nicht, größere Steine können jedoch Beschwerden und Komplikationen verursachen.

Gallensteine: Das Wichtigste in Kürze

  • Gallensteine sind feste Ablagerungen in der Gallenblase oder den Gallengängen. Viele Betroffene bemerken sie lange nicht, größere Steine können jedoch Beschwerden verursachen.
  • Typische Hinweise sind Beschwerden im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit oder Gallenkoliken. Treten starke Schmerzen, Fieber oder Gelbsucht auf, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
  • Für die Einordnung spielen Ursachen, Risikofaktoren und die medizinische Diagnose eine zentrale Rolle. Ultraschall ist dabei eine häufig genutzte Untersuchungsmethode.
  • Im Alltag können eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und eine langfristige Gewichtsregulation sinnvoll sein. Entscheidend bleibt bei Beschwerden die ärztliche Einschätzung.

Tatsächlich leben viele Menschen mit kleinen Gallensteinen, ohne diese überhaupt zu bemerken. Größere Exemplare können unbehandelt jedoch ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Hier erfährst du, was Gallensteine eigentlich sind, wie sie entstehen, welche Beschwerden auftreten können und wie die medizinische Abklärung und Behandlung aussieht.

1. Was sind Gallensteine?

Gallensteine sind kristalline Ablagerungen in deiner Gallenblase. Die Steine lassen sich anhand ihrer Zusammensetzung in Cholesterin-, Pigment-, Calcium- und Mischsteine einteilen. Die Arten unterscheiden sich außerdem nach ihrer Größe: Während einige Gallensteine nur etwa kirschgroß sind, nehmen andere die Größe eines Hühnereis an.

Gallensteine können sich entweder direkt in der Gallenblase befinden (Cholelithiasis oder Cholezystolithiasis) oder die Gallengänge betreffen (Choledocholithiasis).

Schätzungen zufolge sind etwa 5 bis 25 % der Menschen in westlichen Ländern von Gallensteinen betroffen. Die Häufigkeit ist bei Frauen und älteren Personen etwas höher.

2. Wie entstehen Gallensteine?

In deiner Leber werden täglich circa 700 ml Galle produziert und dann zwischen den Mahlzeiten in der Gallenblase gespeichert. Die Gallenflüssigkeit spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung, vor allem von besonders fetthaltiger Nahrung.

Die in der Gallenflüssigkeit enthaltenen Gallensäuren sorgen dafür, dass schwer lösliche Nahrungsbestandteile (z.B. Cholesterin) in Lösung gehalten werden und sich nirgendwo ablagern. Damit das funktioniert, müssen die Gallensäuren mit diesen Bestandteilen in einem bestimmten Verhältnis vorliegen. Verändert sich jedoch die Gallenflüssigkeit, flocken Cholesterin oder andere schwer lösliche Stoffe aus. Es bilden sich winzige Kristalle, die mit der Zeit wachsen können und so zu Gallensteinen werden.

3. Was sind mögliche Ursachen für Gallensteine?

Es gibt sehr viele unterschiedliche Gründe, die zu Gallensteinen führen können. Gewisse Faktoren erhöhen das Gallenstein-Risiko. Die Hauptgründe lassen sich mit der 6-F-Regel zusammenfassen, die wie folgt aussieht:

  • female: Frauen sind häufiger betroffen als Männer
  • fat: Übergewicht ist ein großer Risikofaktor für Gallensteine
  • fertile: Fruchtbare Frauen, die schon mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, leiden häufiger an Gallensteinen
  • forty: Ab etwa 40 Jahren steigt das Risiko für die Entstehung von Gallensteinen
  • fair: Besonders Personen mit hellen Haaren und heller Haut scheinen zu Gallensteinen zu neigen
  • family: Es kann eine familiäre Veranlagung für Gallensteine bestehen

Je mehr dieser F’s auf dich zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du zu einer Gallenstein-Risikogruppe gehörst und anfälliger für die lästigen Steinchen bist.

Abgesehen davon sind schwangere Frauen auch häufiger von Gallensteinen betroffen, genau wie Menschen, die sich sehr cholesterinreich und dafür ballaststoffarm ernähren. Auch die Einnahme weiblicher Geschlechtshormone (z.B. mit der Pille) begünstigt die Entstehung von Gallensteinen.

Teilweise sind aber auch andere Erkrankungen oder bestimmte Einflüsse verantwortlich für die Steine. Dazu gehören Veränderungen der Leber, Infektionen der Gallenwege, Blutarmut und Situationen, in denen eine Einnahme von Antibiotika notwendig ist, denn auch Medikamente können die Entstehung von Gallensteinen begünstigen.

4. Wie können sich Gallensteine bemerkbar machen?

Ob du deine Gallensteine überhaupt bemerkst, hat viel mit der Größe der Steine zu tun. Kleine Gallensteine, die etwa so groß wie Kirschkerne sind, lösen meist keine Beschwerden aus. Bei großen Gallensteinen ist die Chance wesentlich höher, dass diese den Abfluss der Galle über kurz oder lang versperren, was ärztlich abgeklärt werden sollte.

Tatsächlich lebt ein großer Teil der betroffenen Menschen mit Gallensteinen und bemerkt absolut keine Beschwerden. Die Gallensteine werden dann nur durch Zufall bei anderen Untersuchungen entdeckt. Ist dies der Fall, spricht man von stummen Gallensteinen.

Anders sieht es bei den sogenannten symptomatischen Gallensteinen aus. Diese lösen teils sehr unangenehme Beschwerden aus:

  • Schmerzen im oberen Bereich des Bauches
  • Völlegefühl
  • einen unangenehmen Druck
  • Blähungen
  • häufiges Aufstoßen

Diese Art von Beschwerden tritt oft nach dem Essen auf, besonders wenn es sich um eine fettige Mahlzeit handelt.

Wenn die Steine die Ein- und Ausgänge deiner Gallenblase blockieren, können schmerzhafte Gallenkoliken die Folge sein. Diese äußern sich durch

  • sehr starke Schmerzen, die von Krämpfen begleitet werden und besonders im Oberbauch auftreten
  • Schmerzen in der rechten Schulterregion
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Schweißausbrüche

Die Beschwerden einer Gallenkolik können zwischen 15 Minuten und sogar drei Tagen anhalten. Aber auch, wenn die Schmerzen vorbei sind, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, da sich eine solche Kolik wiederholen kann. Wird der Gallengang durch Gallensteine verschlossen, kann es außerdem zu einer Gelbsucht kommen.

Abgesehen davon kann Fett vom Körper nicht mehr verdaut werden, was im Stuhl erkannt werden kann (dieser wird dann zu einem gelb-breiigen Fettstuhl) und kann dir so schnell zeigen, dass bestimmte Prozesse in deinem Körper gerade nicht richtig funktionieren.

5. Welche Folgen können Gallensteine haben?

Im schlimmsten Fall können Gallensteine zu einer Entzündung der Gallenblase führen. Diese macht sich meist durch starke Schmerzen im rechten Oberbauch bemerkbar und geht mit Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Fieber einher.

Ohne sofortige medizinische Behandlung kann eine akute Gallenblasenentzündung lebensgefährlich sein. Reißt die Gallenblase ein, entleert sich die Gallenflüssigkeit in die Bauchhöhle und kann dort zu schweren Entzündungen führen. Es besteht zudem die Gefahr, dass diese Entzündung auf andere Organe, wie die Leber, übergreift oder sich in Form einer lebensbedrohlichen Sepsis über das Blut ausbreitet.

6. Wie werden Gallensteine behandelt?

Steine in der Gallenblase können unbehandelt ernsthafte gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Umso wichtiger ist es, dies ärztlich abklären zu lassen und bei Bedarf behandeln zu lassen.

Diagnose von Gallensteinen

Um die Gallensteine festzustellen, wirst du von deinem Arzt oder deiner Ärztin zunächst gründlich untersucht. Dazu gehören auch Fragen zu deiner gesundheitlichen Vorgeschichte, um dein Risiko für Gallensteine zu bewerten.

Mit einem Ultraschallgerät – also einer Sonografie – kann man die Steine schwarz auf weiß sichtbar machen. Das Ultraschallgerät erkennt die Steine ab einer Größe von circa 5 mm. Leider können die Gallensteine bei einer einfachen Sonografie nicht immer zuverlässig entdeckt werden, sodass eine Ultraschalluntersuchung eventuell von innen (Endosonografie) gemacht werden muss. Auch eine Untersuchung deines Blutes kann sich anschließen.

Behandlung von Gallensteinen

Wenn Gallensteine in deinem Körper entdeckt wurden, dann gibt es je nach Größe und Beschwerden der Steine unterschiedliche Behandlungsmethoden.

Sind die Steine und die Beschwerden sehr klein, müssen diese nicht immer entfernt werden. Sollte eine Entfernung notwendig sein, wird sie in den meisten Fällen operativ vorgenommen. Häufig wird dabei auch die ganze Gallenblase entfernt. Dafür gibt es verschiedene Methoden, etwa eine Bauchspiegelung oder die Entfernung der Gallenblase. Welche Methode in deinem persönlichen Fall die beste ist, wird dein behandelnder Arzt mit dir besprechen.

7. Drei Maßnahmen, um Gallensteinen vorzubeugen

Gallensteine können sehr schmerzhaft sein und im schlimmsten Fall eine Entfernung der Gallenblase erfordern. Damit es gar nicht erst so weit kommt, erfährst du im Folgenden drei Maßnahmen, die im Alltag eine Rolle spielen können.

Maßnahme 1: Gesunde Ernährung

Eine gesunde Ernährung kann sich in vielfältiger Weise positiv auf deine Gesundheit auswirken. Studien zeigten, dass eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse , pflanzlichen Proteinquellen (z.B. Hülsenfrüchte, Soja) und ungesättigten Fetten mit einem geringeren Risiko in Verbindung gebracht wurde.

Als Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen wurden eine hohe Zufuhr von Kohlenhydraten , vor allem von raffiniertem Zucker, sowie von gesättigten Fetten und Trans-Fettsäuren ermittelt.

Versuche daher weitestgehend auf Fast Food, Fertiggerichte, Süßigkeiten und frittierte Speisen zu verzichten und baue viele frische und unverarbeitete Lebensmittel in deine Ernährung ein.

Maßnahme 2: Nährstoffreiche Lebensmittel auswählen

Eine abwechslungsreiche Ernährung mit nährstoffreichen Lebensmitteln kann im Alltag sinnvoll sein. Dazu gehören zum Beispiel Obst und Gemüse, Lebensmittel mit Vitamin C, Magnesiumreiche Lebensmittel, Hülsenfrüchte, Nüsse, Milchprodukte und Fisch.

Wichtig ist vor allem, Lebensmittelvielfalt und eine langfristig passende Ernährungsweise in den Blick zu nehmen.

Maßnahme 3: Gewicht reduzieren

Übergewicht und Adipositas gehören zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen.

Studien zeigten, dass sich eine hohe körperliche Aktivität positiv auf das Risiko für neue Gallensteine auswirken kann.

Achte jedoch darauf, die Gewichtsreduktion langsam und nachhaltig anzugehen. Eine zu rasche Gewichtsabnahme oder starke Gewichtsschwankungen , wie sie bei Radikaldiäten oft der Fall sind, können sich hingegen negativ auf das Gallensteinrisiko auswirken.

Besser geeignet ist eine langfristige Ernährungsumstellung, die sich nachhaltig auf die Gesundheit deines ganzen Körpers auswirkt.

Fazit

Gallensteine können für die Betroffenen sehr schmerzhaft sein und im schlimmsten Fall eine Operation erfordern.

Mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und einer langfristigen Gewichtsregulation lassen sich wichtige Lebensstilfaktoren rund um das Gallensteinrisiko im Blick behalten.

Wichtig ist vor allem, Beschwerden ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen. Das gilt besonders bei starken Schmerzen, wiederkehrenden Koliken, Fieber oder Anzeichen einer Gelbsucht.

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