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Östrogendominanz - so bringst du dein Hormonchaos natürlich in Balance

Viele Frauen haben häufig das Gefühl, als ob ihr Körper mit ihnen Achterbahn spielt. Gerade fühlst du dich noch gut und bist leistungsfähig, doch plötzlich erkennst du dich selbst kaum noch wieder. Dein Alltag ist schlagartig geprägt von starken Stimmungsschwankungen, Hautproblemen, Schmerzen, Erschöpfung, Hitzewallungen, wiederkehrenden PMS- und Zyklusstörungen und vor allem dem Gefühl, fremdgesteuert zu sein.

Leberfunktion im Alltag: Das Wichtigste in Kürze

  • Wir betrachten Leberfunktion am besten im Zusammenhang mit Ernährung, Routinen und einer langfristig passenden Lebensweise. Cholin spielt dabei eine besonders wichtige Rolle.
  • Cholin trägt zu einem normalen Fettstoffwechsel bei und Cholin trägt zur Erhaltung einer normalen Leberfunktion bei. Bittere Pflanzen wie Mariendistel, Artischocke und Ingwer werden traditionell geschätzt.
  • Wir setzen im Alltag auf eine vielseitige Ernährung und bei Bedarf auf eine klar zusammengesetzte Ergänzung. Eine bewusste Routine lässt sich so einfach und alltagstauglich gestalten.

Nicht selten gehen diese Zustände über Jahre und Betroffene rennen von Arzt zu Arzt und versuchen eine Ursache zu finden - und einen Weg, ihre Symptome zu bekämpfen. Ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron, oft als „Östrogendominanz" bezeichnet, wird von manchen als mögliche Ursache für verschiedene körperliche und psychische Beschwerden diskutiert.

Die weiblichen Geschlechtshormone haben uns mehr im Griff, als wir denken. Hormone steuern nahezu alles in unserem Körper, daher ist es sehr wichtig, dass sie sich in einer guten Balance befinden und wir für unser Wohlbefinden sorgen.

Was du unbedingt über Östrogendominanz wissen solltest und was du tun kannst, um deine Hormone wieder in Balance zu bekommen, erfährst du jetzt.

1. Was ist Östrogen?

Östrogen besteht eigentlich aus drei Hormonen. Es unterteilt sich in Östron, Östriol und Östradiol. Östrogen ist neben Progesteron eines der Hauptsexualhormone der Frau. Beide Hormone sind entscheidend für die Menstruation und die Fortpflanzung der Frau.

Östron, Östriol und Östradiol

Östrogen bewirkt die Reifung und das Wachstum der Eibläschen, der sogenannten Follikel in den Eierstöcken. Außerdem gewährleistet das Hormon den Transport des Eies durch den Eileiter in die Gebärmutter und sorgt dafür, dass die Schleimhaut der Gebärmutter wächst.

Darüber hinaus trägt es zum Wachstum des Brustgewebes bei, steuert den Wassergehalt der Haut und die Durchblutung. In geringen Mengen wird Östrogen auch bei Männern produziert (Östradiol) und auch Männer können ein Ungleichgewicht haben, das durch Umwelteinflüsse (mehr dazu später) bedingt ist.

2. Was ist eine Östrogendominanz?

Es gibt zwei Arten, in die man eine Östrogendominanz unterscheidet:

  1. die freie Östrogendominanz: Der Östrogenspiegel ist zu hoch, der Körper produziert zu viel Östrogen.
  1. die relative Östrogendominanz: Das Verhältnis von Östrogen zu Progesteron ist zu hoch. Bei dieser Form kannst du sogar einen Östrogenmangel haben, aber dennoch ist im Verhältnis dein Progesteronspiegel noch niedriger (bspw. bei Frauen in den Wechseljahren). Deswegen spricht man auch von einem Progesteronmangel.

3. Wodurch entsteht eine Östrogendominanz?

Es gibt verschiedene Gründe für ein Ungleichgewicht an Östrogen und Progesteron im Körper:

  1. Hormonstörungen
  2. Übergewicht: Fettzellen produzieren Östrogen. Das bedeutet also, je mehr Fett wir haben, vor allem das viszerale Bauchfett, desto mehr Östrogen wird freigesetzt. Das sorgt sowohl bei Frauen, als auch bei Männern mit starkem Übergewicht für einen Östrogenüberschuss.
  3. Umwelt: In sämtlichen Dingen wie Plastik, Kosmetik, Reinigungsmittel, Ernährung usw. lassen sich östrogen-ähnliche Stoffe (Xenoöstrogene) wiederfinden und zu einer Östrogendominanz beitragen.
  4. Chronischer Stress & Burnout
  5. Rauchen & Alkohol

4. Welche Beschwerden können auf eine Östrogendominanz hinweisen?

Ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron wird von manchen als mögliche Ursache für verschiedene körperliche und psychische Symptome diskutiert.

Genannte Symptome sind unter anderem:

  • PMS - Prämenstruelles Syndrom
  • psychische & körperliche Beschwerden
  • Gewichtszunahme (insbesondere an Hüften, Oberschenkeln & Brüsten)
  • Hitzewallungen
  • Unfruchtbarkeit
  • Libido-Verlust
  • Wassereinlagerungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Manche der genannten Beschwerden können auch eigenständige Ursachen haben, die eine ärztliche Abklärung erfordern.

5. Wie misst du deinen Östrogenwert?

Du kannst deinen Östrogenspiegel und Progesteronspiegel über einen Bluttest oder am besten Speicheltest zwischen dem 18. und 21. Zyklustag (nach deinem Eisprung) bestimmen lassen. Wichtig ist dabei das Verhältnis von Progesteron zu Östrogen. Dieses sollte mindestens 200:1, noch besser 300:1 betragen.

6. Was kannst du gegen eine Östrogendominanz tun?

Wir raten dir, dass du deine Beschwerden zunächst auf weitere körperliche Ursachen bei deinem Arzt abklärst.

Fragen zur medikamentösen Behandlung oder zur Wahl eines Verhütungsmittels solltest du immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen — sie bzw. er kann gemeinsam mit dir abwägen, welche Option für deine individuelle Situation am besten geeignet ist.

Neben der ärztlichen Abklärung gibt es Möglichkeiten, deinen Hormonhaushalt über Ernährung und Lebensstil zu unterstützen. Die wichtigste Stellschraube ist dabei deine Ernährung und dein Lebensstil.

Diese Tipps solltest du berücksichtigen, um dein Hormonchaos wieder in Balance zu bringen:

Tipp 1: Unterstütze dein Entgiftungsorgan

Was viele nicht wissen: viele Vorstufenhormone werden in der Leber zu aktiven Hormonen umgebaut und Hormone, die ihre Arbeit getan haben, abgebaut. Ist die Leber grundsätzlich überlastet, kann sie sich nicht ausreichend um den Abbau von verbrauchten Hormonen kümmern.

Bekannte Pflanzenstoffe, die im Zusammenhang mit der Leberfunktion diskutiert werden, sind unter anderem Mariendistelextrakt (mit dem sekundären Pflanzenstoff Silymarin), Artischocken- und Löwenzahnextrakt sowie Ingwerextrakt. Cholin trägt zur Erhaltung der normalen Leberfunktion bei.

Tipp 2: Fördernde Lebensmittel bei Östrogendominanz

Achte grundsätzlich auf eine hormonausgleichende Ernährung. Diese sollte entzündungshemmende Lebensmittel, viel Gemüse, Omega-3-Fetten, Ballaststoffen aus Vollkorngetreide, pflanzliche Proteine aus Linsen und Bohnen und zinkreiche Nahrungsmittel enthalten.

Es gibt bestimmte Lebensmittel, die den Östrogenstoffwechsel positiv beeinflussen können. Am besten ist es, sich seiner zyklusphasen-angepasst zu ernähren.

Kreuzblütengewächse

Hierunter fallen alle Arten von Kohlgemüse wie Blumenkohl, Kohlrabi, Rotkohl, Pak Choi, Rosenkohl, Brokkoli, aber auch Rettich, Radieschen, Rucola oder Gartenkresse.

Die darin enthaltenen Senföle wie Sulforaphan oder Indol-3-Carbinol werden im Zusammenhang mit dem Östrogenstoffwechsel diskutiert. Während der Verdauung des Senföls Indol-3-Carbinol entsteht im Körper ein Antioxidans namens Diindolylmethan (DIM). Es wird empfohlen, Kohlgemüse roh zu essen oder schonend zu dampfgaren, da mit dem Kochen ein hoher Nährstoffverlust einhergeht.

Bitterstoffe

Bitterstoffe gelten traditionell als förderlich für die Leber und die Verdauung. Der bittere Geschmack stimuliert die Leber. Bitterstoffreiche Pflanzen sind unter anderem Löwenzahn, Mariendistel und Artischocke.

Wichtig: Auf Rauchen solltest du komplett verzichten, sonst ist die Leber rund um die Uhr nur mit der Ausleitung von den Giftstoffen aus den Zigaretten beschäftigt und kann sich um nichts anderes kümmern. Auch Alkohol ist natürlich eine Belastung für deine Leber.

Samen & Kerne

Leinsamen, Kürbiskerne und Sesamsamen enthalten sogenannte Lignane. Diese Lignane haben östrogenähnliche Wirkungen und werden als Phytoöstrogene (Pflanzenstoffe mit hormonähnlicher Wirkung) bezeichnet. Sie sind in der Lage, an die Östrogen-Rezeptoren anzudocken, allerdings mit deutlich schwächerer Reaktionsweise als die körpereigenen Östrogene. Das wirkt sich ausbalancierend und harmonisierend auf den Hormonhaushalt aus. Denn sowohl bei Östrogenüberschuss, als auch bei Östrogenmangel wirken sie unterschiedlich.

Kürbiskerne

Bei Östrogenüberschuss sind sie in der Lage, an die Hormonrezeptoren anzubinden und diese zu blockieren. Bei stärkerem Östrogenmangel dagegen erzielen sie eine hormonähnliche Wirkung, da sie die Östrogenrezeptoren bedienen.

Außerdem sind Lignane ein wichtiges Antioxidans.

Unsere Empfehlung: 1-2 EL frisch geschrotete Leinsamen morgens in Wasser rühren und einnehmen. Wenn sie nicht frisch geschrotet werden, können sie oxidieren. Am besten lagerst du sie im Kühlschrank.

Zinkhaltige Lebensmittel

Zink spielt bei der Hormon-Verstoffwechslung eine zentrale Rolle. Zum einen braucht der Körper Zink, um überhaupt Hormone zu bilden. Zum anderen wird Zink benötigt, um Hormone im Gleichgewicht zu halten.

Zink ist insbesondere in tierischen Produkten wie rotes Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte enthalten. Ebenfalls pflanzliche Quellen wie Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sind zinkreich.

Heilpflanzen, Kräuter & Gewürze

Die Wirkung von Kräutern ist anders als bei Schmerztabletten keine Sofortwirkung. Nur durch Geduld und Regelmäßigkeit können sie ihre Wirkung entfalten. Viele Gewürze gelten als entzündungshemmend. Hier sei insbesondere Zimt und Kurkuma genannt. In der Naturheilkunde wird ein Getränk mit Zimt und Kurkuma, die „Golden Milk", bereits seit Jahrhunderten eingesetzt. Kurkuma wird im Zusammenhang mit der Leberfunktion diskutiert.

Kräuter

Des Weiteren kannst du Kräuterteezubereitungen mit Hopfen, Yamswurzel, Schafgarbe oder Mönchspfeffer in deinen Alltag integrieren. Diese Pflanzenextrakte werden im Zusammenhang mit dem Hormonhaushalt diskutiert:

  • Hopfen: Die enthaltenen pflanzlichen Phytoöstrogene ähneln menschlichem Östrogen und werden im Zusammenhang mit einem Ausgleich des Östrogenspiegels in den Wechseljahren diskutiert.
  • Yamswurzel: Enthält sogenanntes Diosgenin, welches dem Geschlechtshormon Progesteron ähnelt.
  • Schafgarbe: Wird ebenfalls im Zusammenhang mit einer Progesteron-artigen Wirkung diskutiert.
  • Mönchspfeffer: Wird traditionell im Zusammenhang mit der Regulation des Hormonhaushaltes verwendet.

Bio-Lebensmittel

Herkömmliches Gemüse und Obst wird überwiegend mit Pestiziden behandelt, bei Bio-Lebensmitteln ist dies gesetzlich verboten. Gerade, wenn dein Obst und Gemüse aus dem Ausland kommen, gelten dort meist andere Gesetze und Regularien.

Insbesondere bei Fleisch- und Milchprodukten solltest du auf Bioqualität achten. Hast du einen Bauern in deiner Nähe und weißt, wie die Tiere behandelt werden, muss es auch nicht zwingend Bio sein. Das Problem bei Fleisch-, Fisch- und Milchprodukten ist, dass sie Antibiotika, Hormone und Schwermetalle enthalten können. Auch bei Gewürzen und Kräutern ist es wichtig auf Bio-Qualität zu achten, damit der Körper nicht mit zusätzlicher Chemie und Pestiziden belastet wird.

Tipp 3: Diese Lebensmittel solltest du bei Östrogendominanz reduzieren

Bei Fleisch solltest du zurückhaltender sein. Viele Tiere erhalten künstliche Hormone, die schnelles Wachstum anregen und damit dem Fleischverkauf zugutekommt. Achte deswegen auf Bioqualität bei tierischen Lebensmitteln.

In pflanzlichen Lebensmitteln findet man Pflanzenhormone, die sogenannten Phytoöstrogene, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln. Diese Lebensmittel können östrogenfördernde Eigenschaften haben. Indem du sie weglässt bzw. reduzierst, kannst du bereits Einfluss auf die Östrogenmenge in deinem Körper nehmen. Phytoöstrogene sind beispielsweise in Soja, Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, Trockenobst wie getrocknete Aprikosen, Datteln und Pflaumen.

Tipp 4: Kümmere dich um deinen Darm

Wenn deine Verdauung nicht gut funktioniert, kann überschüssiges Östrogen auch nicht ausgeschieden werden.

Wenn du dich gesund ernährst und für genügend Ballaststoffe (im Gemüse, Leinsamen, Chiasamen, Flohsamenschalen usw.) sorgst, dann bindet sich das Östrogen an die Ballaststoffe und kann somit besser ausgeschieden werden. Mit Ballaststoffen solltest du langsam beginnen, wenn du einen empfindlichen Darm hast. Außerdem ist es unglaublich wichtig, dass du viel Wasser trinkst, damit die Giftstoffe ausgespült werden können. Entzündliche Lebensmittel wie Zucker, Weizen, Billigfleisch, billige Milchprodukte solltest du unbedingt vermeiden.

Tipp 5: Vermeide Plastik

Plastik enthält BPA (Bisphenol A) und dieser Stoff wirkt negativ auf unser Hormonsystem ein. Leider werden fast alle unsere Lebensmittel in Plastik verpackt. Am besten ist es daher, seine Lebensmittel auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen einzukaufen. Mittlerweile findest du aber auch im normalen Supermarkt unverpacktes Obst und Gemüse.

Wichtig: Du solltest Essen niemals in Plastik erhitzen, auch nicht, wenn es mikrowellenfest ist. Am besten solltest du grundsätzlich auf Glasflaschen und Glasvorrats- und Tupperdosen umstellen.

Tipp 6: Berücksichtige Östrogene im Trinkwasser

Leider findet sich selbst im Trinkwasser inzwischen eine wirksame Menge an Östrogen. Das liegt daran, dass die künstlichen Östrogene, die die Frauen über die hormonelle Verhütung zu sich nehmen, nicht im Körper abgebaut werden, sondern über den Urin ausgeschieden werden. Diese finden sich dann im Grundwasser wieder, die Kläranlage kann sie nicht herausfiltern. Vielleicht kommt für dich ein Wasserfilter in Frage.

Tipp 7: Reduziere Stress

Bei Stress benötigt der Körper vermehrt Cortisol. Um den Cortisol-Spiegel aufrechtzuerhalten, kann der Körper Progesteron in Cortisol umwandeln. Je mehr das Progesteron dafür verwendet wird, desto weniger steht zur Verfügung, um das Östrogen auszubalancieren und es kann dann zur Östrogendominanz kommen.

Fazit

Eine gute Leberfunktion und eine ausgewogene Ernährung können eine Rolle für die hormonelle Balance zwischen Östrogen und Progesteron spielen. Achte auf eine hormonfreundliche Ernährung, meide Plastik und Umweltgifte, wo es geht, und reduziere Stress in deinem Alltag.

Solltest du anhaltende Beschwerden haben, sprich diese am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab — insbesondere auch Fragen zu Verhütungsmitteln oder einer möglichen medikamentösen Behandlung. Beachte, dass Ernährungs- und Lebensstiländerungen Zeit benötigen und eine ärztliche Abklärung nicht ersetzen.

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